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Grüne Minze – Mentha spicata L.


Die Minzen (Mentha) sind eine sehr artenreiche Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Man zählt etwa 20 bis 30 Arten unter ihnen, dazu kommen noch aromatisierte Zuchtsorten.

Minzen lieben das gemäßigte Klima auf der Nordhalbkugel unseres schönen Planeten in Eurasien und Nordafrika und gedeihen am besten an feuchten Standorten. Ein paar wenige Arten gedeihen jedoch auch auf der südlichen Halbkugel. Vermutlich brachte ihnen diese Vorliebe, also die Standortwahl in feuchten Gefilden auch ihren botanischen Namen – Mentha – ein, er soll nämlich abgeleitet sein aus dem griechischen Wort für Nymphe Minthe.


Aus der Mythologie heraus reimt sich das dann folgendermaßen zusammen:

Hades verließ die Unterwelt nur ungern und selten. Ich fange an ihn zu verstehen, aber egal. Ein Anlass für seine irdischen Ausflüge könnte eventuell das Frühlingserwachen sein, wo der eine oder andere eben «Hormone kriegt» und sein Begehren gerne ausleben möchte... Eines Tages jedenfalls blendete er die Nymphe Minthe, Tochter des Flussgottes Kokytos, mit dem Glanz seines goldenen Wagens. Persephone, Hades Gattin, dachte sich wohl entrüstet und eifersüchtig: «Gucken kann er, aber gegessen wird zuhause!» und verwandelte Minthe in ein duftendes Kraut, nämlich in eine Minze.


Minthe being turned into a Mint-Plant, Johann Ulrich Kraus
Minthe being turned into a Mint-Plant, Johann Ulrich Kraus

Der westgermanische Pflanzenname Minze, der Mittelhochdeutsche minz, der Althochdeutsche minza sowie der Englische mint beruht auf einer Entlehnung aus dem lateinischen Wort menta.




Die Minze als Heilpflanze




Verwendete Pflanzenteile: Kraut / Blätter, Blüten. Die stärkste Wirkung haben die Blätter kurz vor der Blüte.


Die Heilwirkung der Minze bei:

Erkältung, Schnupfen und Husten

Bronchitis

Fieber

Magen-Darm-Leiden, Übelkeit, Durchfall, Blähungen

Migräne, Kopfschmerzen

Mundgeruch

Rheuma

Wunden, insbesondere bei schlecht heilenden Wunden


Wer eine entzündete Gallenblase oder Leber hat, sollte auf Minzöl verzichten, da dies die Gallensaftproduktion fördert und so bei der Verdauung hilft.


Minze wirkt:

Enthaltene ätherische Öle, Flavonoide, Enzyme, Gerbstoffe und Bitterstoffe wirken:

antibakteriell, antiviral, antimykothisch und allgemein keimmindernd

krampflösend (Minze erweitert die Atemwege)

beruhigendkühlend (bei Fieber helfen wohltuende und kühlende Umschläge mit ein paar Tropfen Minzöl)

schmerzstillend (bei Kopfweh oder Migräne hilft Minzöl auf die Schläfen, das dritte Auge und den Scheitel geträufelt)

gallensaftfördernd (daher kontraindiziert bei einigen Gallenerkrankungen)

antikanzerogen

förderlich der Lebergesundheit


Die Inhaltsstoffe der Minze

Die Inhaltsstoffe der Grünen Minze und anderer Minzearten unterscheiden sich nach Art, Standort und Herkunft.


Ätherische Öle Im Öl können knapp 30 verschiedene Substanzen nachgewiesen werden. Die Hauptbestandteile sind Menthol, Menthon und Mentholestern.

Gerbstoffe

Flavonoide

Harze

Bitterstoffe



Minztee & seine wohltuenden Eigenschaften



Minztee ist ein wirksames Hausmittel bei Erkältung, Durchfall, Übelkeit und Rheuma. Darüber hinaus wirkt er auch bei Kopfschmerzen, Mundgeruch, Herzschwäche und Verspannungen.

Der Tee lässt sich auch äußerlich anwenden. So hilft ein darin getränktes Baumwolltuch gegen Kopfschmerzen.

Für eine Tasse Tee braucht man einen Teelöffel getrocknete oder drei Teelöffel frische Minze und lässt das Kraut für circa zehn Minuten in einem Viertelliter heißem Wasser ziehen. Dann wird der Tee abgeseiht und ist fertig. Noch leckerer wird er mit einem Löffel schönem Honig.

An warmen Tagen ist ein kalt gebrauter oder abgekühlter Minztee ebenfalls eine feine und allgemein kühlende Sache. Um einen kalt gebrauten Tee zuzubereiten, nehme ich eine gute Handvoll vom Kraut der Minze fülle dieses in ein verschließbares Gefäß und lasse es ein paar Stunden oder über Nacht ziehen. Ich mag Minztee so eigentlich am Liebsten, weil er dann natürlicher schmeckt und sich alle Geschmackskomponenten der Minze in Ruhe entfalten können.



Minze in der Medizingeschichte



Aus der «De Materia Medica» von Pedanius Dioscurides

Mentha piperita (Labiatae) - Pfefferminze

Der Hedysomos - Einige nennen ihn auch Mintha oder Kalamintha [die Römer Mentha, auch Nepeta, die Ägypter Tis, Andere Pherthrumonthu, Perxo, Makitho] - ist eine bekannte Pflanze mit erwärmender, adstringierender und austrocknender Kraft, daher stellt der Saft mit Essig getrunken den Blutauswurf. Er tötet ferner die runden Würmer, reizt zum Liebesgenuß, bringt das Schlucken, den Brechreiz und die Cholera zur Ruhe, wenn zwei bis drei Reiser davon mit saurem Granatensaft genommen werden. Mit Graupen umgeschlagen zerteilt er Abszesse; auf die Stirn gelegt lindert er Kopfschmerzen, besänftigt geschwollene und (von Milch) strotzende Brüste. Mit Salz gibt er ein

Kataplasma gegen Hundsbiß; der Saft mit Honigmeth stillt Ohrenschmerzen, den Weibern aber vor dem Beischlaf im Zäpfchen eingelegt behindert er die Empfängnis. Fein gerieben glättet er eine rauhe Zunge. Ferner bewahrt er die Milch vor dem Gerinnen, wenn die Blätter desselben in der Milch umgeschwenkt werden. Überhaupt ist er dem Magen zuträglich und eine gute Würze.



Aus «The complete herbal» von Nicholas Culpeper

Grüne Minze

Von allen Minzarten ist die Speerminze, auch Grüne Minze oder Herzminze genannt, die gebräuchlichste; ich werde daher nur diese wie folgt beschreiben: Beschreibung: Die Speerminze hat mehrere runde Stängel, an denen lange, aber eher schmale Blätter von dunkelgrüner Farbe sitzen. Die Blüten stehen in ährenförmigen Blütenständen an den Spitzen der Zweige und sind blassblau. Ihr Geruch oder Duft ähnelt dem des Basilikums; sie vermehrt sich wie alle anderen durch die unterirdische Wurzel.

Standort: Sie ist ein häufiger Bewohner von Gärten; und da sie selten guten Samen liefert, wird dies durch die reichliche Vermehrung der Wurzel ausgeglichen, die, einmal in einem Garten gepflanzt, kaum wieder loszuwerden ist. Zeit: Sie blüht meist erst Anfang August.

Herrschaft und Tugenden: Es ist ein Kraut der Venus. Dioskurides sagt, es habe heilende, adstringierende und trocknende Eigenschaften, und daher stille der in Essig eingenommene Saft Blutungen: Es regt die Venerie oder körperliche Lust an; zwei oder drei Zweige davon, eingenommen im Saft von vier Granatäpfeln, stillen Schluckauf und Erbrechen und lindern die Galle. Es löst Geschwüre auf, wenn es mit Gerstenmehl aufgelegt wird. Es ist gut, um die Milchbildung in den Brüsten von Frauen zu unterdrücken, und für diejenigen, die geschwollene, schlaffe oder große Brüste haben. Mit Salz aufgetragen hilft es bei Bissen eines tollwütigen Hundes; mit Met und Honigwasser lindert es Ohrenschmerzen und beseitigt die Rauheit der Zunge, wenn man es darauf reibt. Es verhindert, dass Milch im Magen gerinnt, wenn man die Blätter vor dem Trinken darin einweicht oder kocht. Kurz gesagt ist es sehr wohltuend für den Magen. Der häufige Gebrauch davon ist ein sehr wirksames Mittel, um die Menstruation und den Ausfluss bei Frauen zu regulieren. Auf die Stirn und die Schläfen aufgetragen, lindert es Kopfschmerzen und eignet sich gut, um die Köpfe kleiner Kinder damit zu waschen, gegen alle Arten von Ausschlägen, Wunden oder Krusten dort. Es ist auch wirksam gegen das Gift giftiger Tiere. Das destillierte Wasser der Minze eignet sich für alle vorgenannten Zwecke, wenn auch in schwächerer Form. Wenn jedoch ein Destillat davon richtig und chemisch gewonnen wird, ist es viel wirksamer als das Kraut selbst. Simeon Sethi sagt, es helfe bei einer kalten Leber, stärke den Bauch, fördere die Verdauung, stille Erbrechen und Schluckauf; es sei gut gegen Herzklopfen, regt den Appetit an, beseitige Verstopfungen der Leber und wecke die körperliche Lust; doch darf man davon nicht zu viel einnehmen, da es das Blut dünn und wässrig mache und es in Galle verwandle, weshalb cholerische Menschen davon Abstand nehmen müssen. Es ist ein sicheres Heilmittel gegen den Biss eines tollwütigen Hundes, wenn man es mit Salz zerstoßt und auf die Wunde legt. Das getrocknete Pulver, nach dem Essen eingenommen, fördert die Verdauung und hilft bei Milzbeschwerden. Mit Wein eingenommen, hilft es Frauen bei schmerzhaften Wehen während der Geburt. Es wirkt gut gegen Sand und Steine in den Nieren sowie gegen Harnverhalt. Wenn man daran riecht, wirkt es wohltuend auf Kopf und Gedächtnis.Der Sud davon, im Mund gegurgelt, heilt entzündetes Zahnfleisch und Mundschleimhaut und beseitigt Mundgeruch; ebenso wie Raute und Koriander bewirkt er, dass sich der Gaumen wieder an seinen Platz zurückbildet, wenn der Sud gegurgelt und im Mund behalten wird. Die Wirkungen der Wild- oder Pferdeminze, wie sie in Gräben wächst (deren Beschreibung ich bewusst weggelassen habe, da sie allgemein bekannt ist), sind nützlich, um Blähungen im Magen zu lösen, bei Koliken und bei Atemnot zu helfen, und sie sind ein besonderes Heilmittel für diejenigen, die unter nächtlichen Träumen und Samenergüssen leiden, wenn sie äußerlich angewendet werden. Der in die Ohren getropfte Saft lindert die Schmerzen darin und vernichtet die Würmer, die sich dort vermehren. Sie sind gut gegen giftige Schlangenbisse. Der warm aufgetragene Saft hilft bei der Königskrankheit oder bei Knötchen im Hals. Der Sud oder das destillierte Wasser hilft bei übelriechendem Atem, der von Zahnverfall herrührt, und wenn er in die Nase geschnupft wird, reinigt er den Kopf. Plinius sagt, dass das Essen der Blätter erfahrungsgemäß Lepra heilt, wenn man einige davon auf das Gesicht aufträgt, und dass sie, mit Essig vermischt, gegen Schuppen auf dem Kopf helfen. Sie sind äußerst schädlich für Verwundete; und man sagt, wenn ein Verwundeter Minze isst, werde seine Wunde niemals heilen, und das ist ein langer Tag.




Auszüge aus «Eine beschreibende Übersicht über die medizinischen Verwendungen von Minze Aromatische Kräuter, die im Laufe der Geschichte verwendet wurden»

Von: Informetrie-Forschungsgruppe, Ton Duc Thang University, Ho-Chi-Minh-Stadt 758307, Vietnam

Fakultät für Pharmazie, Ton Duc Thang University, Ho-Chi-Minh-Stadt 758307, Vietnam; https://www.mdpi.com/2079-7737/9/12/484


...Die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen von Minzkräutern werden König Hammurabi des alten Babylon (1800 v. Chr.) zugeschrieben, der sie für medizinische Zwecke verordnete, nämlich gastrointestinal.

Minzen werden auch im Ebers-Papyrus und an den Wänden des Tempels des Horus in Edfu erwähnt.

Viel Wissen über den Gebrauch der Minze wurde während der klassischen Antike von griechischen und römischen Philosophen erworben, insbesondere Gaius Plinius Secundus (Plinius der Ältere, 23-79), der die meisten medizinischen Verwendungen beschrieb, die diesen Kräutern in der Geschichte der westlichen medizinischen Praxis in seiner «Naturalis Historia» (Naturgeschichte) gegeben wurden, ein wichtiges Werk, das die Referenz für mehrere spätere medizinische Texte sein würde. Die Kenntnis dieser Kräuter verbreitete sich im gesamten Nahen Osten, teilweise aufgrund der Eroberungen von Alexander dem Großen (356 v. Chr.–333 v. Chr.) und später an die Kreuzzüge. In ihren vielen Verwendungen wurden Minzen zu wertvollen Kräutern und wurden wahrscheinlich von den Pharisäern als Währung verwendet, wie aus zwei Passagen aus der Bibel abgeleitet werden kann:


«Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler!

Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel

und lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht:

Recht, Barmherzigkeit und Treue.


Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen.»

(Matthäus 23:23) 


Im Mittelalter verlagerte sich das medizinische und wissenschaftliche Lernen nach Konstantinopel, der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches, wobei die Mehrheit der wichtigen Hinweise auf Minze von islamischen Ärzten wie Ibn Sinna (Avicenna, 980–1037), Autor des Kanons der Medizin, stammten.

In Christlich Europa wurde das medizinische Wissen hauptsächlich an Universitäten und Klöstern von Ärztemönchen aufbewahrt, wo noch die Lehren der klassischen Philosophen befolgt wurden Karl der Große (ca. 747–814), Führer des Heiligen Römischen Reiches und Gründer der ersten medizinischen Fakultät in Salerno im 9. Jahrhundert, ordnete an, dass Heilpflanzen, wie Minze auf staatlichen Land bewirtschaftet werden, wie in seiner Capitulare de villis angegeben.

Die Renaissance-Zeit ermöglichte eine Änderung der medizinisch-wissenschaftlichen Paradigmen und die fortschreitende Aufgabe empirischer Rahmenbedingungen in Bezug auf medizinische Pflanzen, um experimenteller ermittelte Fakten zu erfassen. Dies war auch eine Zeit der künstlerischen Blüte, als die Buchdruck erfunden wurde, die die Verbreitung literarischer Werke erleichterte. Übrigens zeigt eine der ersten Inkunabeln (d.h. früheste gedruckte Bücher, zwischen 1450 und 1500), die berühmte und obskure Hypnerotomachia Poliphili (Poliphilos Strife of Love in a Dream), die dem italienischen Dominikanerpriester Francesco Colonna (ca. 1433–1527) zugeschrieben wird, mehrere Minzarten unter den zahlreichen botanischen Sorten, die in der Geschichte beschrieben werden.

Das 16. Jahrhundert war durch den Bruch mit der orthodoxen medizinischen Lehre gekennzeichnet, die auf der Theorie des Humors basiert, und eine neue Doktrin entstand namens Nova Medicina, die in Alchemie, Astrologie, Magie und natürlicher Philosophie verwurzelt war.

Das Aufkommen der Iatrochemie ermöglichte die Herstellung neuer Pflanzenextrakte und ätherischer Öle, einige aus der kürzlich entdeckten Neuen Welt, die die Anzahl und Vielfalt der verfügbaren Arzneimittel erhöhte.

Die Entwicklung der pharmazeutischen Technologie aus dem 19. Jahrhundert hat weitgehend zur Diversifizierung von minzbasierten Produkten beigetragen. Ätherisches Pfefferminzöl zum Beispiel wurde im 19. Jahrhundert zu einer so populären Medizin, dass es seinen Weg in das postimpressionistische Gemälde «Stillleben mit Pfefferminzflasche» des französischen Malers Paul Cézanne fand.


Stillleben mit Pfefferminzflasche, Paul Cézanne 
Stillleben mit Pfefferminzflasche, Paul Cézanne 


Eine Minzart wurde von Joseph Priestley (1733–1804) in seinen Studien zur Photosynthese verwendet.

Charles Darwin (1809–1882) verwendete für seine Studien über Botanik ätherisches Pfefferminzöl.


Der Anbau und die Verarbeitung von Minzkräutern ist in vielen nordamerikanischen und eurasischen Ländern ein sehr lukratives Geschäft und eine Unternehmung, die für einen beträchtlichen Teil der Wirtschaft vieler Länder verantwortlich ist.


Medizinische Anwendungen


Beduften und Maskieren

Die wohl bedeutendste Qualität von Minze ist ihr ansprechender aromatischer Duft, weshalb sie seit früher Zeit bei der Einbalsamierung verwendet wurden. Die Einbalsamierungspraxis dauerte bis zum Mittelalter in Christlichem Europa an, war aber der Elite vorbehalten. Tatsächlich wurde Minze kürzlich unter den einbalsamierten Überresten von König Richard Löwenherz (1157–1199) und von John Plantagenet von Lancaster, dem ersten Herzog von Bedford (1389–1435), gefunden. Der Zweck der Verwendung von aromatischen Kräutern, wie Minzen, in diesen Praktiken war nicht nur, Bedingungen für die langfristige Körperkonservierung zu schaffen, sondern ihm auch einen guten Geruch zu verleihen, ähnlich wie der Körper Christi (d.h. der Heiligkeitsgeruch).

Minzen wurden auch zur Herstellung von Parfüms und zur Maskierung geschmackloser Substanzen in Arzneimitteln eingesetzt. Das ätherische Pfefferminzöl ist in mehreren Formulierungen enthaltend entweder Laudanum (eine Opiumtinktur) oder Morphium (Der Hauptbestandteil von Opium). Albert Ethelbert Ebert (1840–1906), ein prominenter Apotheker des späten 19. Jahrhunderts, präsentierte Pfefferminze-Essenz in «The Standard Formular» als Bestandteil einer komplexen Formulierung, in die Morphium aufgenommen wurde. Ähnliche Verwendungen wurden später durchgeführt, um den Geruch von Fischöl, Lebertran und Laudanum zu maskieren.Zweifellos ist die am meisten erforschte Minzverbindung für Duft und Parfümierung Menthol. Dies lässt sich leicht durch seine Fähigkeit erklären, die Wahrnehmung von Kühle zu induzieren, die Kognition, Emotion und Verhalten stark beeinflussen kann.


Für Magen-Darm-Störungen

Die medizinische Verwendung von Minzen für gastrointestinale Belangen ist in den Werken der meisten Philosophen und Ärzte vorhanden, die auf sie stießen, von der klassischen Antike bis zur heutigen Medizin.

Plinius gehörte zu den ersten, die diese Eigenschaften dokumentierten, und unter Berufung auf Demokrit schrieb, dass Minze eine geeignete Behandlung für Erbrechen sei.

Paulus Aegineta hinterließ viele Hinweise auf die Verdauungsvorteile von Minze. Bei Magenproblemen riet er, «einen Saft von mit Minze bestreuten Endivie» oder «eine Mischung aus Saft aus Kern, Granatapfel und Minze» zu trinken.

Jahrhunderte später hinterließ Hildegard von Bingen (1098–1179) viele Texte über den Einsatz von Heilpflanzen in ihrer «Physika». Um ihr theoretisches Wissen zu erweitern, sammelte sie praktische Erfahrungen in der Verwendung der Pflanzen, die sie im Garten ihres Klosters anbaute. Um die Verdauung zu erleichtern, riet sie, Wasserminze und Zinne zu konsumieren, da sie den Magen «erwärmen».

Trota, eine prominente Persönlichkeit der medizinischen Fakultät von Salerno im zwölften Jahrhundert, war eine weitere weibliche Heilerin und medizinische Schriftstellerin, die dazu beigetragen hat, das Wissen über die weibliche Gesundheitsversorgung zu erweitern. In ihrer Trotula, einem berühmten Kompendium von Texten zur Frauenmedizin, hat sie mehrere Rezepte mit Minzen beschrieben. Für Verstopfung bestand ein Rezept darin, Minze in Honig und Wasser zu kochen, ein Getränk, das nach dem Aderlass getrunken werden sollte. Ein anderes Rezept bestand in einer Mischung aus wildem Sellerie, Minzen, Kuhknochen, Mastix, Nelken, Brunnenkresse, Madderwurzel, Zucker, Castoreum, Zedoary und Gladden. Diese Mischung sollte zu einem sehr feinen Pulver verarbeitet werden und mit Wein gegeben werden, um Bauchdestinktionen zu lindern, die durch eingeschlossenes Gas während der Schwangerschaft und das daraus resultierende Risiko einer Fehlgeburt verursacht werden. Eine weitere Erwähnung in der Trotula, Potio Sancti Pauli (Saint Paul's Potion), ein Trank einschließlich Pferdeminze, wurde zu verschiedenen Magenerkrankungen gemacht. Mit der erweiterten Verwendung von Minze in ganz Europa begannen mehrere Rezepte unter den Arsenalen der königlichen Apotheker zu erscheinen.

Theophrastus von Hohenheim - Paracelsus, (1493–1541), der deutsch-schweizerische Arzt und Alchemist, wird mit der Überbrückung von Arztpraxis und Chemiefundamenten ausgezeichnet. Für schwierige Verdauungen schlug Paracelsus vor, eine Mischung aus Minzwasser und Sirup von Levkoje zu konsumieren.


Die gastrointestinale Nützlichkeit, die Minzen zugeschrieben wird, wurde in den jüngsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen aufgedeckt. Minzöle besitzen Substanzen, die die Magenentleerung erhöhen, um die Verdauung zu verbessern und den Darm zu entspannen. Seine antiemetischen Eigenschaften sind von beträchtlicher Größe, da sie postoperative, chemotherapieinduzierte Übelkeit und Erbrechen reduzieren können. Ihre spasmolytischen Eigenschaften sind dafür bekannt, die Symptome des Reizdarmsyndroms zu lindern. Sie sind sicher in endoskopischen Verfahren, als geeignete Alternative zu herkömmlichen Spasmolytika, zu verwenden und erhöhen die diagnostische Empfindlichkeit des Verfahrens selbst.


Hinweise auf Darminfektionen, insbesondere von parasitärer Ätiologie, finden sich in zahlreichen medizinischen Abhandlungen, und Minzen erscheinen als nützliche therapeutische Kräuter. Plinius riet, trockene pulverförmige Minze in Wasser zu nehmen, um Darmwürmer zu vertreibenDioscoride erkannten die Fähigkeit von Speerminze, Spulwürmer zu töten. Der babylonische Talmud rät, Pennyroyal mit sieben weißen Datteln zu essen, um Darmwürmer zu töten, die durch den Verzehr von rohem Fleisch verursacht werden.

Die Verwendung von Minze zur Behandlung von Cholera wird in mehreren medizinischen Texten beschrieben, wobei der erste wieder einmal Plinius zugeschrieben wird. Der Arzt William Currie (1754–1828), der im 19. Jahrhundert die Krankheit in seiner Arbeit «Of the Cholera» auch als therapeutische Kräuter bezeichnete. Er empfahl auch, Pfefferminzwasser als palliative Behandlung für Verdauungs- und krampfartige Probleme zu verwenden und erwähnte die Aktivität von Minzölen gegen eine Vielzahl von pathogenen Mikroorganismen, einschließlich Vibrio cholera, dem Erreger von Cholera. Jüngste Studien haben gezeigtTrichostrongylidae, dass die ätherischen Öle mehrerer Minzarten eine in vitro Aktivität gegen Echinococcus, Trichostrongylidae und Spulwurmparasiten sowie in vivo-Aktivität gegen Giardia- und Entamoeba-Arten gezeigt haben, um nur einige zu nennen.




Weitere Verwendungmöglichkeiten der Minze

Lebensmittel

Die Grüne Minze wird in der traditionellen Küche häufig zur Zubereitung von Tees, zum Würzen von Saucen, sowie als Garnierung gebraucht. Insbesondere in Nordafrika und Vorderasien, wo es zahlreiche Varianten der Grünen Minze gibt, hat sie für die Zubereitung von Speisen eine wichtige Bedeutung. Ein bedeutendes Beispiel ist hier die Nanaminze. Sie ist eine der bekanntesten Minz-Arten überhaupt und dient als Grundlage für zahlreiche industrielle Produkte, wie zum Beispiel Zahnpasten, Kaugummis (Spearmint) und Süßigkeiten.


Landwirtschaft

Das Öl der Grünen Minze auch als Wachstumsregler im ökologischen Landbau einsetzbar.



Quellen:

Julia Prakofjewa et al. Pflanzen, 13. April 2022

Martina Bottoni et al. Moleküle, 17. November 2021

Robert Gruszecki et al. Pflanzen, 30. Dezember 2024

«Eine beschreibende Übersicht über die medizinischen Verwendungen von Minze Aromatische Kräuter, die im Laufe der Geschichte verwendet wurden»; Informetrie-Forschungsgruppe, Ton Duc Thang University, Ho-Chi-Minh-Stadt 758307, Vietnam; Fakultät für Pharmazie, Ton Duc Thang University, Ho-Chi-Minh-Stadt 758307, Vietnam;


Nützliche Links:

«Eine beschreibende Übersicht über die medizinischen Verwendungen von Minze Aromatische Kräuter, die im Laufe der Geschichte verwendet wurden» (english) https://www.mdpi.com/2079-7737/9/12/484


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