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Sanddorn - Hippophae rhamnoides


Volksnamen: Dünendorn, Sandbeere, Weidendorn, Rote Schlehe, Seedorn, Sandweide


Der bis zu 6 Meter hohe sommergrüne Sanddorn ist hierzulande bekannt als Küstenpflanze. Er gedeiht auch anderswo, aber der Anbau als Kulturpflanze in der ehemaligen DDR und vornehmlich in Mecklenburg-Vorpommern haben zu seiner Verbreitung in diesen Gefilden besonders beigetragen.

Hier und da habe ich gelesen, dass Sanddorn in der DDR kultiviert wurde, weil es keine Zitronen gab... Klar, wir hatten ja nüscht... Das sich die armen Ossis nach der Wende besonders auf die Bananen, die es ja auch nicht gab, gefreut haben, kann ich so nicht bestätigen. Ich war es nie und bin es trotz reichlichem Angebot damals nach der Wende immer noch nicht – ein Bananenfreund. Daher wird der Sanddorn in manchen Berichten als «Zitrone des Ostens» bezeichnet. Ich kann das jetzt nicht wirklich mit Bestimmtheit sagen, aber ich bin der Meinung, wir hatten Zitronen... aus Kuba...

Nein, die im Osten haben nur nicht alles falsch gemacht und Sanddorn angebaut, weil es eine verdammt gesunde Pflanze ist. Ein anderer Grund könnte die brüderliche Nähe zu Russland (politisch korrekt ist hier natürlich zu großen Teilen der UDSSR, auch als Sowjetunion bekannt) gewesen sein, wo Sanddorn seit langer Zeit eine viel verwendete Heilpflanze ist. Sicher hat der KGB und natürlich PUTIN in Geheimsitzungen, der Staatsmacht der DDR als Abwehr- und Schutzpflanze gegen den imperialistischen Feind befohlen, Sanddorn anzubauen... Oh Güte, vielleicht sollte ich das nicht schreiben, denn auch statistisch ist die geistige Verfassung und der Verstand als solches bei den Deutschen dank ARD und sozialen Medien im Niedergang. Vielleicht glaubt das ja irgendjemand und ich finde diesen, meinen Witz bei Wikipedia unter der Beschreibung des Sanddorn wieder...


Genug geulkt!



Ich habe mich mächtig gefreut und war direkt erstaunt, als ich in 2024 bei meinen Erkundungstouren rund um den Baikalsee im fernen Sibirien, dem Sanddorn begegnete und da ich im September dort war, hatte ich noch mal besonders Glück und konnte mich an seinen leckeren Beeren ergötzen und erfrischen. Wunderbar!

Ich traue es mich gar nicht zu sagen, aber in Russland nennt man Sanddorn auch «Sibirische Ananas». Nun ist es raus und ich hoffe mal sehr, dass niemand auf die Idee kommt, dass es in Russland, ehemals und größtenteils UDSSR, keine Ananas gibt...


Des Sanddorns ursprüngliche Heimat wird in Nepal vermutete und der tatsächliche Schwerpunkt seiner Verbreitung ist in West- und Ostasien, wie bereits erwähnt Sibirien und China. In Europa gedeiht der Sanddorn aus der Familie der Ölweidengewächse von den Pyrenäen bis zum Kaukasus und von den Alpen bis Norwegen.


Russische Forscher, insbesondere der Biologe Mitschurins, haben die Pflanze gut untersucht und fast alle der Wissenschaft bekannten Vitamine und viele Spurenelemente in ihr gefunden. Besonders erwähnenswert ist dabei sein rekordverdächtig hoher Vitamin C – Gehalt, der auch nach dem Einfrieren oder Erhitzen noch sehr beachtlich ist.

Manch einer verzieht ja die Schnute, beim Verzehr der frischen Beeren. Sie sind halt recht sauer. Doch «sauer macht lustig», sagt man doch, oder? Da könnte etwas dran sein, denn sowohl die Rinde als auch die Beeren enthalten Serotonin, was umgangssprachlich auch «Glückshormon» genannt wird. Doch genau wie bei der schönen Schlehenbeere werden die Beeren nach dem ersten Frost wunderbar süß.


In der UDSSR, russisch CCCP, zum größte Teil das heutige Russland (ach, ich kann es nicht lassen. Hier fehlt nur noch das schöne Bild «Lavrow mit CCCP Shirt». Ich suche das mal.), wurde Sanddorn nach dem Großen Vaterländischen Krieg vermehrt angebaut und kultiviert und zu vitaminreichen Stärkungsmitteln für die Bevölkerung verarbeitet. In den 70er Jahren wurde die Pflanze auch wegen der guten Resultate bei Ernährungsmangelerscheinungen nach diesem schrecklichen Krieg, offiziell in das Russische Arzneibuch aufgenommen.


Hab's gefunden... freu...

Herr Sergej Lavrow mit CCCP Shirt. Ich liebe es!
Herr Sergej Lavrow mit CCCP Shirt. Ich liebe es!

Die unglaublich Abwehr-stärkenden Kräfte des Sanddorn reime ich mir als Signatur für seine Standortwahl zusammen. Der Sanddorn ist nicht nur genügsam, sondern findet raues bis hin extremes Klima scheinbar toll. An den Küsten der Ostsee wird er auch als Dünenbefestigung gepflanzt. Wenig Wasser und karge Böden stören ihn also gar nicht. Lange Trockenperioden machen ihm genauso wenig etwas aus, wie sibirische -45 bis -50 Grad Celsius. Das seine Beeren es also «in sich» haben und uns Menschen, aber auch den Tieren wahre Kraftquellen sind, wundert mich also gar nicht. Wie gesagt, es lohnt sich manchmal nachzudenken und die Dinge in ihrer Ganzheit zu betrachten.

Apropos Tiere: Die Anwendung des Sanddorns als Heil- und Stärkungsmittel reicht bis in die Antike zurück. Der lateinische Name der Pflanze, Hippophae, bedeutet übersetzt «glänzendes Pferd». Es wird berichtet, dass die alten Griechen ihren Pferden Sanddornbeeren gaben, um die Gesundheit und den Glanz des Felles ihrer Pferde zu verbessern.



Sanddorn als Heilpflanze



Sanddorn in der Medizingeschichte

Alle Teile des Sanddorn Strauches fanden in alter Zeit Anwendung:

Antivirale Aktivität, besitzen die Blätter des Strauches. Daher werden sie in Russland in Tabletten für die Behandlung von SARS und Influenza verarbeitet. Eben dort wird das Öl mit seiner wund-heilenden Wirkung zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden und Risse auf der Haut, Verbrennungen, Erfrierungen, Ekzeme, Psoriasis und Geschwüre verabreicht

In der Volksmedizin verwendete und verwendet man Sanddorn zur Stimulation des Verdauungssystems und zur Verbesserung der Gesundheit der Leber und des Herzmuskels. Die in Sanddorn enthaltenen Omega-3, 6, 9 Fettsäuren unterstützen die Arbeit des Herzens und verhindern die Entwicklung von Diabetes.

Ein Auskochung der Samen von Sanddorn ist ein gutes Abführmittel.


Auch in der traditionellen tibetischen und mongolischen Medizin hat die Pflanze einen festen Platz und wird zur Stärkung der Lebensenergie Qi und zur Förderung der Langlebigkeit eingesetzt.. Dort, wo der Sanddorn wild wächst, wird er seit Jahrhunderten als Stärkungs- und Heilmittel verwendet.

In der hiesigen Pflanzenheilkunde wird Sanddorn vor allem als entzündungs-hemmendes und regenerierendes Mittel eingesetzt.


In der Heilkunde werden die Früchte, Blätter, Rinde und Samen verwendet.


Darreichungsformen


Sanddornsaft: Ein beliebtes Produkt, das pur oder verdünnt getrunken werden kann. Er enthält viel Vitamin C, das das Immunsystem stärkt.

Sanddornöl: Wird äußerlich und innerlich angewendet. Das Öl ist besonders reich an Omega-7-Fettsäuren und eignet sich gut zur Hautpflege, der Behandlung von Hautschäden oder bei Magen-Darm-Beschwerden.

Sanddornkapseln: Der moderne Mensch hat es gerne einfach und kompakt. Kapseln mit Sanddornextrakt sind eine praktische Möglichkeit, die gesundheitsfördernde Wirkung der Beeren in konzentrierter Form zu nutzen.

Sanddornpulver: Oft in Smoothies oder Joghurt eingerührt, bietet es eine einfache Möglichkeit, Sanddorn in die tägliche Ernährung zu integrieren.

Sanddornhonig: Ob als Heilmittel oder Genussmittel, Sanddornhonig ist eine sehr leckere Möglichkeit sich mit den heilsamen Kräften des Sanddorns zu versorgen.

Für Sanddorntee werden die getrockneten Beeren aufgekocht und ziehen einige Minuten. Oder ein Teelöffel Beeren wird mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen.


Sanddorn gegen das Altern

Die Inhaltsstoffe des Sanddornes sind in der Lage, den Alterungsprozess zu verlangsamen, Dank der Neutralisierung der freien Radikale und die Verringerung der entzündlichen Reaktionen im Körper. Sanddorn fördert die Ausscheidung von Salz aus dem Körper, insbesondere bei Gicht und rheumatischen Schmerzen, stärkt die Wände der Blutgefäße, verbessert die Sehkraft, fördert die Normalisierung des Zuckerspiegels im Blut und senkt den Cholesterinspiegel. Der regelmäßige Verzehr von Sanddorn verringert das Risiko der Entwicklung von Krebs, denn Sanddorn hat eine starke Anti-Tumor-Aktivität.


Sanddorn für die Haut

Darüber hinaus werden heutzutage eine Vielzahl von kosmetischen Produkten basierend auf Sanddornöl hergestellt. Lokale Anwendung von Sanddornöl lindert Reizungen, wirkt feuchtigkeitsspendend auch in den tieferen Hautschichten und ist bei der Behandlung von Akne ein probates Mittel.


Sanddorn für die Frau

Sanddorn enthält wertvolle unverzichtbare Folsäure, die das gesunde Wachstum des Fötus während der Schwangerschaft unterstützen. Sanddorn und Präparate auf seiner Basis werden auch für die Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen verwendet, da seine Inhaltsstoffe den Schutz und die Regeneration der Schleimhäute fördern.Für kann während der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs als ein natürliches Antibiotikum eingesetzt werden.



Die Heilwirkung des Sanddorn bei:

Vitamin-C-Mangel

Akne, Hautalterungserscheinungen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Entzündungen der Haut oder Schleimhäute, Ekzeme

Sonnenbrand, leichten Brandverletzungen

Dekubitus

Strahlenschäden

Appetitlosigkeit

Magen-Darm-Beschwerden, Darmentzündung, Durchfall, Sodbrennen

Magengeschwüren oder Reizdarmsyndrom

Erkältung, grippalen Infekte

Immunschwäche

geistiger und körperlicher Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Frühjahrsmüdigkeit

Gicht

Herzschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen

hohem Cholesterinspiegel



Sanddorn wirkt: 

adstringierend

antioxidativ

entzündungshemmendtonisierend

erfrischendImmunsystem-regenerierend

Gewebe-regenerierend

Zellmebran-stabilisierend


Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Sanddorn

Sanddornbeeren enthalten wesentlich mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte – pro 100 Gramm können sie bis zu 900 Milligramm des Vitamins enthalten!


Vitamin A, C, Vitamin B12, Vitamin E, P und K

Beta-Carotin

Ätherische Öle

ungesättigte Fettsäuren (Omega-3, 6, 7, 9-Fettsäuren)

Folsäure

Gerbstoffe Gerbsäuren: Apfelsäure, Citronensäure, Weinsäure

Beta-Sitosterol

Flavonoide

Magnesium, Eisen, Bor, Schwefel und Silizium

Pektine

Serotonin (besonders in der Rinde, aber auch in den Beeren)




Wie man Sanddornmarmelade macht

Sanddornmarmelade ist vor allem bei Menschen beliebt, die außergewöhnlichen Geschmack schätzen. Mit ihrem süßsauren Geschmack hebt sie sich deutlich von den weit verbreiteten Himbeer- oder Erdbeermarmeladen ab.

Um selbst eine solche Marmelade herzustellen, waschen Sie Sanddornbeeren und kochen sie mit 200 Milliliter Wasser in einem Topf. So lange, bis die Beeren platzen.

Die Masse streichen Sie danach durch ein Sieb. Nun kochen Sie das entstandene Mus mit Gelierzucker vier bis fünf Minuten lang, lassen es abkühlen und füllen es in sterile Gefäße.




Ein wenig Botanisches zum Sanddorn

«Platz da, hier wohne ich!»

Wenn man den Sanddorn im Garten anpflanzen möchte, wäre ein großes Grundstück von Vorteil. Nicht selten verdrängt er mit seinen expansionsfreudigen Wurzeln andere Gewächse, denn Sanddorn bildet ein ausgedehntes Wurzelsystem, das sich besonders in die Breite erstreckt – in der Tiefe erreicht es drei Meter, in der Breite bis zwölf Meter. Dieses Wachstum in die Breite ist eine Anpassung an den sandigen Boden, auf dem Sanddorn wächst, zum Beispiel an der Meeresküste in Dünen und wird dort, wie schon erwähnt, zur Befestigung der Dünen selbst eingesetzt. Dort nämlich sorgt das Wurzelgeflecht selbst in flachem Grund für einen festen Halt der Pflanze. Sie eignet sich folglich ausgezeichnet, um Erosion vorzubeugen.



Die Laubblätter stehen wechselständig mit einem kurzen Stiel. Die Blattspreiten sind lanzettförmig, die Blattspitze ist spitz bis stumpf, der Blattrand rollt sich nach oben.

Die Oberseite der Blätter bedecken sternförmige Haare, diese fallen später aus und zurück bleibt eine blassgrüne Färbung. Auf der Unterseite wachsen weiße Haare zu einem Filz.


Die Blüten

Sanddorn blüht, bevor das Laub austreibt. Die Blüten sind gelb, klein und eingeschlechtlich.

Sie sprießen im März, und der Strauch blüht von März bis Mai. Die Pollen sammeln sich in den Kelchblättern, und der Wind verbreitet sie, nachdem sie getrocknet sind.



Die Früchte

Von August bis Dezember trägt der der Strauch Früchte. Diese haben eine ovale Form und sind orangegelb bis orangerot. Sie wachsen um die Zweige der weiblichen Pflanzen und entwickeln sich aus den Kelchröhren, die die Samen umschließen.

Das Fruchtfleisch ist cremig und steckt voller ätherischer Öle. Es umschließt den Samen; dieser ist hart und braun gefärbt, in seinem Innern befindet sich ein weißer Kern. Die Samen keimen bei Licht und Kälte.


Sanddorn als Kulturpflanze, Weidebegrenzung und Hecke

Die Pflanze eignet sich hervorragend für große Hecken. Die Dornen bieten Schutz vor ungewollten Gästen.

Die leuchtenden Beeren und bronzefarbenen Zweige haben gerade im Winter einen hohen Zierwert. Die Beeren sind außerdem eine wichtige Nahrungsquelle für diverse Vogelarten. Als Vogelnähr- und Nistgehölz ragt Sanddorn heraus, doch bei einer begrenzten Fläche verdrängt er andere Pflanzen durch seine ausufernden Wurzeln.

Wichtig: Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, wobei nur die Sanddorn-Damen die gesunden und leckeren Beeren tragen. Die Sanddorn-Herren dienen der Befruchtung der weiblichen Pflanzen. Um einen guten Ertrag zu erzeugen, sollte man mindestens zwei weibliche und einen männlichen Strauch pflanzen. Da freut sich nicht nur Herr Sanddorn, sondern wenn man die Weibchen jedes Jahr im Wechsel schneidet, dann hat man alljährlich eine schöne Ernte.



Quellen:



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