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- Sanddorn - Hippophae rhamnoides
Volksnamen: Dünendorn, Sandbeere, Weidendorn, Rote Schlehe, Seedorn, Sandweide Der bis zu 6 Meter hohe sommergrüne Sanddorn ist hierzulande bekannt als Küstenpflanze . Er gedeiht auch anderswo, aber der Anbau als Kulturpflanze in der ehemaligen DDR und vornehmlich in Mecklenburg-Vorpommern haben zu seiner Verbreitung in diesen Gefilden besonders beigetragen. Hier und da habe ich gelesen, dass Sanddorn in der DDR kultiviert wurde, weil es keine Zitronen gab... Klar, wir hatten ja nüscht... Das sich die armen Ossis nach der Wiedervereinigung oder feindlichen Übernahme, je nach dem von welchem Teil Deutschlands man das Ganze betrachtet, besonders auf die Bananen, die es ja auch nicht gab, gefreut haben, kann ich so nicht bestätigen. Ich war es nie und bin es trotz reichlichem Angebot damals nach der Wende immer noch nicht – ein Bananenfreund. Daher wird der Sanddorn in manchen Berichten als «Zitrone des Ostens» bezeichnet. Ich kann das jetzt nicht wirklich mit Bestimmtheit sagen, aber ich bin der Meinung, wir hatten Zitronen... aus Kuba... Nein, die im Osten haben nur nicht alles falsch gemacht und Sanddorn angebaut, weil es eine verdammt gesunde Pflanze ist. Ein anderer Grund könnte die brüderliche Nähe zu Russland (politisch korrekt ist hier natürlich zu großen Teilen der UDSSR, auch als Sowjetunion bekannt) gewesen sein, wo Sanddorn seit langer Zeit eine viel verwendete Heilpflanze ist. Sicher hat der KGB und natürlich PUTIN in Geheimsitzungen, der Staatsmacht der DDR als Abwehr- und Schutzpflanze gegen den imperialistischen Feind befohlen, Sanddorn anzubauen... Oh Güte, vielleicht sollte ich das nicht schreiben, denn auch statistisch ist die geistige Verfassung und der Verstand als solches bei den Deutschen dank ARD und sozialen Medien im Niedergang. Vielleicht glaubt das ja irgendjemand und ich finde diesen, meinen Witz bei Wikipedia unter der Beschreibung des Sanddorn wieder... Genug geulkt! Ich habe mich mächtig gefreut und war direkt erstaunt, als ich in 2024 bei meinen Erkundungstouren rund um den Baikalsee im fernen Sibirien, dem Sanddorn begegnete und da ich im September dort war, hatte ich noch mal besonders Glück und konnte mich an seinen leckeren Beeren ergötzen und erfrischen. Wunderbar! Ich traue es mich gar nicht zu sagen, aber in Russland nennt man Sanddorn auch «Sibirische Ananas». Nun ist es raus und ich hoffe mal sehr, dass niemand auf die Idee kommt, dass es in Russland, ehemals und größtenteils UDSSR, keine Ananas gibt... Des Sanddorns ursprüngliche Heimat wird in Nepal vermutete und der tatsächliche Schwerpunkt seiner Verbreitung ist in West- und Ostasien, wie bereits erwähnt Sibirien und China. In Europa gedeiht der Sanddorn aus der Familie der Ölweidengewächse von den Pyrenäen bis zum Kaukasus und von den Alpen bis Norwegen. Russische Forscher, insbesondere der Biologe Mitschurins, haben die Pflanze gut untersucht und fast alle der Wissenschaft bekannten Vitamine und viele Spurenelemente in ihr gefunden. Besonders erwähnenswert ist dabei sein rekordverdächtig hoher Vitamin C – Gehalt , der auch nach dem Einfrieren oder Erhitzen noch sehr beachtlich ist. Manch einer verzieht ja die Schnute, beim Verzehr der frischen Beeren. Sie sind halt recht sauer. Doch «sauer macht lustig», sagt man doch, oder? Da könnte etwas dran sein, denn sowohl die Rinde als auch die Beeren enthalten Serotonin , was umgangssprachlich auch «Glückshormon» genannt wird. Doch genau wie bei der schönen Schlehenbeere werden die Beeren nach dem ersten Frost wunderbar süß. In der UDSSR, russisch CCCP, zum größte Teil das heutige Russland (ach, ich kann es nicht lassen. Hier fehlt nur noch das schöne Bild «Lawrow mit CCCP Shirt». Ich suche das mal.), wurde Sanddorn nach dem Großen Vaterländischen Krieg vermehrt angebaut und kultiviert und zu vitaminreichen Stärkungsmitteln für die Bevölkerung verarbeitet. In den 70er Jahren wurde die Pflanze auch wegen der guten Resultate bei Ernährungsmangelerscheinungen nach diesem schrecklichen Krieg, offiziell in das Russische Arzneibuch aufgenommen. Hab's gefunden... freu... Herr Sergej Lawrow mit CCCP Shirt. Ich liebe es! Die unglaublich Abwehr-stärkenden Kräfte des Sanddorn reime ich mir als Signatur für seine Standortwahl zusammen. Der Sanddorn ist nicht nur genügsam, sondern findet raues bis hin extremes Klima scheinbar toll. An den Küsten der Ostsee wird er auch als Dünenbefestigung gepflanzt. Wenig Wasser und karge Böden stören ihn also gar nicht. Lange Trockenperioden machen ihm genauso wenig etwas aus, wie sibirische -45 bis -50 Grad Celsius. Das seine Beeren es also «in sich» haben und uns Menschen, aber auch den Tieren wahre Kraftquellen sind, wundert mich also gar nicht. Wie gesagt, es lohnt sich manchmal nachzudenken und die Dinge in ihrer Ganzheit zu betrachten. Apropos Tiere: Die Anwendung des Sanddorns als Heil- und Stärkungsmittel reicht bis in die Antike zurück. Der lateinische Name der Pflanze, Hippophae, bedeutet übersetzt «glänzendes Pferd». Es wird berichtet, dass die alten Griechen ihren Pferden Sanddornbeeren gaben, um die Gesundheit und den Glanz des Felles ihrer Pferde zu verbessern. Sanddorn als Heilpflanze Sanddorn in der Medizingeschichte Alle Teile des Sanddorn Strauches fanden in alter Zeit Anwendung: Antivirale Aktivität , besitzen die Blätter des Strauches. Daher werden sie in Russland in Tabletten für die Behandlung von SARS und Influenza verarbeitet. Eben dort wird das Öl mit seiner wund-heilenden Wirkung zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden und Risse auf der Haut, Verbrennungen, Erfrierungen, Ekzeme, Psoriasis und Geschwüre verabreicht In der Volksmedizin verwendete und verwendet man Sanddorn zur Stimulation des Verdauungssystems und zur Verbesserung der Gesundheit der Leber und des Herzmuskels. Die in Sanddorn enthaltenen Omega-3, 6, 9 Fettsäuren unterstützen die Arbeit des Herzens und verhindern die Entwicklung von Diabetes. Ein Auskochung der Samen von Sanddorn ist ein gutes Abführmittel. Auch in der traditionellen tibetischen und mongolischen Medizin hat die Pflanze einen festen Platz und wird zur Stärkung der Lebensenergie Qi und zur Förderung der Langlebigkeit eingesetzt.. Dort, wo der Sanddorn wild wächst, wird er seit Jahrhunderten als Stärkungs- und Heilmittel verwendet. In der hiesigen Pflanzenheilkunde wird Sanddorn vor allem als entzündungs-hemmendes und regenerierendes Mittel eingesetzt. In der Heilkunde werden die Früchte, Blätter, Rinde und Samen verwendet. Darreichungsformen Sanddornsaft: Ein beliebtes Produkt, das pur oder verdünnt getrunken werden kann. Er enthält viel Vitamin C, das das Immunsystem stärkt. Sanddornöl: Wird äußerlich und innerlich angewendet. Das Öl ist besonders reich an Omega-7-Fettsäuren und eignet sich gut zur Hautpflege, der Behandlung von Hautschäden oder bei Magen-Darm-Beschwerden. Sanddornkapseln: Der moderne Mensch hat es gerne einfach und kompakt. Kapseln mit Sanddornextrakt sind eine praktische Möglichkeit, die gesundheitsfördernde Wirkung der Beeren in konzentrierter Form zu nutzen. Sanddornpulver: Oft in Smoothies oder Joghurt eingerührt, bietet es eine einfache Möglichkeit, Sanddorn in die tägliche Ernährung zu integrieren. Sanddornhonig: Ob als Heilmittel oder Genussmittel, Sanddornhonig ist eine sehr leckere Möglichkeit sich mit den heilsamen Kräften des Sanddorns zu versorgen. Für Sanddorntee werden die getrockneten Beeren aufgekocht und ziehen einige Minuten. Oder ein Teelöffel Beeren wird mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen. Sanddorn gegen das Altern Die Inhaltsstoffe des Sanddornes sind in der Lage, den Alterungsprozess zu verlangsamen, Dank der Neutralisierung der freien Radikale und die Verringerung der entzündlichen Reaktionen im Körper. Sanddorn fördert die Ausscheidung von Salz aus dem Körper, insbesondere bei Gicht und rheumatischen Schmerzen, stärkt die Wände der Blutgefäße, verbessert die Sehkraft, fördert die Normalisierung des Zuckerspiegels im Blut und senkt den Cholesterinspiegel. Der regelmäßige Verzehr von Sanddorn verringert das Risiko der Entwicklung von Krebs, denn Sanddorn hat eine starke Anti-Tumor-Aktivität. Sanddorn für die Haut Darüber hinaus werden heutzutage eine Vielzahl von kosmetischen Produkten basierend auf Sanddornöl hergestellt. Lokale Anwendung von Sanddornöl lindert Reizungen, wirkt feuchtigkeitsspendend auch in den tieferen Hautschichten und ist bei der Behandlung von Akne ein probates Mittel. Sanddorn für die Frau Sanddorn enthält wertvolle unverzichtbare Folsäure, die das gesunde Wachstum des Fötus während der Schwangerschaft unterstützen. Sanddorn und Präparate auf seiner Basis werden auch für die Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen verwendet, da seine Inhaltsstoffe den Schutz und die Regeneration der Schleimhäute fördern.Für kann während der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs als ein natürliches Antibiotikum eingesetzt werden. Die Heilwirkung des Sanddorn bei: Vitamin-C-Mangel Akne, Hautalterungserscheinungen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Entzündungen der Haut oder Schleimhäute, Ekzeme Sonnenbrand, leichten Brandverletzungen Dekubitus Strahlenschäden Appetitlosigkeit Magen-Darm-Beschwerden, Darmentzündung, Durchfall, Sodbrennen Magengeschwüren oder Reizdarmsyndrom Erkältung, grippalen Infekte Immunschwäche geistiger und körperlicher Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Frühjahrsmüdigkeit Gicht Herzschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen hohem Cholesterinspiegel Sanddorn wirkt: adstringierend antioxidativ entzündungshemmend tonisierend erfrischend Immunsystem-regenerierend Gewebe-regenerierend Zellmebran-stabilisierend Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Sanddorn Sanddornbeeren enthalten wesentlich mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte – pro 100 Gramm können sie bis zu 900 Milligramm des Vitamins enthalten! Vitamin A, C, Vitamin B12, Vitamin E, P und K Beta-Carotin Ätherische Öle ungesättigte Fettsäuren (Omega-3, 6, 7, 9-Fettsäuren) Folsäure Gerbstoffe Gerbsäuren: Apfelsäure, Citronensäure, Weinsäure Beta-Sitosterol Flavonoide Magnesium, Eisen, Bor, Schwefel und Silizium Pektine Serotonin (besonders in der Rinde, aber auch in den Beeren) Wie man Sanddornmarmelade macht Sanddornmarmelade ist vor allem bei Menschen beliebt, die außergewöhnlichen Geschmack schätzen. Mit ihrem süßsauren Geschmack hebt sie sich deutlich von den weit verbreiteten Himbeer- oder Erdbeermarmeladen ab. Um selbst eine solche Marmelade herzustellen, waschen Sie Sanddornbeeren und kochen sie mit 200 Milliliter Wasser in einem Topf. So lange, bis die Beeren platzen. Die Masse streichen Sie danach durch ein Sieb. Nun kochen Sie das entstandene Mus mit Gelierzucker vier bis fünf Minuten lang, lassen es abkühlen und füllen es in sterile Gefäße. Ein wenig Botanisches zum Sanddorn «Platz da, hier wohne ich!» Wenn man den Sanddorn im Garten anpflanzen möchte, wäre ein großes Grundstück von Vorteil. Nicht selten verdrängt er mit seinen expansionsfreudigen Wurzeln andere Gewächse, denn Sanddorn bildet ein ausgedehntes Wurzelsystem, das sich besonders in die Breite erstreckt – in der Tiefe erreicht es drei Meter, in der Breite bis zwölf Meter . Dieses Wachstum in die Breite ist eine Anpassung an den sandigen Boden, auf dem Sanddorn wächst, zum Beispiel an der Meeresküste in Dünen und wird dort, wie schon erwähnt, zur Befestigung der Dünen selbst eingesetzt. Dort nämlich sorgt das Wurzelgeflecht selbst in flachem Grund für einen festen Halt der Pflanze. Sie eignet sich folglich ausgezeichnet, um Erosion vorzubeugen. Die Laubblätter stehen wechselständig mit einem kurzen Stiel. Die Blattspreiten sind lanzettförmig, die Blattspitze ist spitz bis stumpf, der Blattrand rollt sich nach oben. Die Oberseite der Blätter bedecken sternförmige Haare, diese fallen später aus und zurück bleibt eine blassgrüne Färbung. Auf der Unterseite wachsen weiße Haare zu einem Filz. Die Blüten Sanddorn blüht, bevor das Laub austreibt. Die Blüten sind gelb, klein und eingeschlechtlich. Sie sprießen im März, und der Strauch blüht von März bis Mai. Die Pollen sammeln sich in den Kelchblättern, und der Wind verbreitet sie, nachdem sie getrocknet sind. Die Früchte Von August bis Dezember trägt der der Strauch Früchte. Diese haben eine ovale Form und sind orangegelb bis orangerot. Sie wachsen um die Zweige der weiblichen Pflanzen und entwickeln sich aus den Kelchröhren, die die Samen umschließen. Das Fruchtfleisch ist cremig und steckt voller ätherischer Öle. Es umschließt den Samen; dieser ist hart und braun gefärbt, in seinem Innern befindet sich ein weißer Kern. Die Samen keimen bei Licht und Kälte. Sanddorn als Kulturpflanze, Weidebegrenzung und Hecke Die Pflanze eignet sich hervorragend für große Hecken. Die Dornen bieten Schutz vor ungewollten Gästen. Die leuchtenden Beeren und bronzefarbenen Zweige haben gerade im Winter einen hohen Zierwert. Die Beeren sind außerdem eine wichtige Nahrungsquelle für diverse Vogelarten. Als Vogelnähr- und Nistgehölz ragt Sanddorn heraus, doch bei einer begrenzten Fläche verdrängt er andere Pflanzen durch seine ausufernden Wurzeln. Wichtig: Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, wobei nur die Sanddorn-Damen die gesunden und leckeren Beeren tragen. Die Sanddorn-Herren dienen der Befruchtung der weiblichen Pflanzen. Um einen guten Ertrag zu erzeugen, sollte man mindestens zwei weibliche und einen männlichen Strauch pflanzen. Da freut sich nicht nur Herr Sanddorn, sondern wenn man die Weibchen jedes Jahr im Wechsel schneidet, dann hat man alljährlich eine schöne Ernte. Quellen: www.houlihealth.de www.heilpraxisnet.de www.rigla.ru Nützliche Links: https://www.mz.de/mitteldeutschland/zitrone-des-ostens-darum-liess-schon-die-ddr-sanddorn-anbauen-1487018 https://sanddorn-christine-berger.de/produktuebersicht/sandokan-sanddorn-spezialitaeten/
- Über die Kelten und Germanen, die eigentlich weder Germanen noch Kelten waren...
Auf Spurensuche nach unseren nordeuropäischen Vorfahren muss man schon geduldig sein und am besten folgt man seiner Intuition und instinktiven Impulsen. Denn wenn man hier, begierig nach Wissen, nach dem Nektar der Weisheit sucht, bleibt man nicht selten am Römischen Imperium hängen, dass ich oft, verärgert über diese Tatsachen, wie einen Vorhang aus klebrigen Fliegenfängern empfinde. Das hat imperiale Propaganda so an sich. Sie verkündet sich verheißungsvoll als alternativlos, ohne davor und ohne danach – einfach superb und ewig gültig! Doch was ist, wenn man diese wahnhafte imperiale «Ich/Wir über alle/alles» Manie mal beiseite schiebt, die vielen Landmark-Fläggchen mit römisch-imperialer Symbolik ignoriert und sich Europa vor der blutigen Eingemeindung in das Römische Reich vorstellt? Was war da eigentlich? Wie sah dieses Europa aus? Natürlich weiß ich es nicht, aber für mich vorstellbar wären, viele ureuropäische Stämme, Völker und Reiche, auf ihre Weise hochkultiviert und organisiert, die in einer Art Urwald aus Eichen, Birken und allerhand anderen heimischen Bäumen lebten. Mit der großen Völkerwanderung kamen Menschen aus östlicher Richtung: Asien und dem heutigen Territorium von Sibirien und anderswo und mischten sich, ob friedlich oder kriegerisch, unter die Stämme Europas. Das Ganze vollzog sich nicht in Dekaden sondern in Jahrhunderten und Jahrtausenden. Nun kam der gut organisierte Caesar, mit seinem Hang und seiner Vorliebe zu kategorisieren, strukturieren und zu expandieren daher, überrannte die Mitte und den Norden Europas und suchte nicht nur nach Namen für die «wilden» Nordfrauen- und männer, sondern auch nach einem geeigneten Rahmen diese Völker zu gruppieren und einzuordnen. Ihm gehörte die Welt und auf seinen Landkarten gestaltete er flugs mit einem Federkiel Europa. Die zu erobernden oder bereits eroberten Regionen bekamen einen hübschen Provinznamen. Östlich des Rheins hieß alles Gallien und die dort lebenden Menschen hießen dann mal eben Kelten oder Gallier (Celtae oder Galli) , westlich vom genannten Flüsschen wohnten von nun an die Germanen. Das Wort «Kelte» zum Beispiel entstand aus Keltoi , dem Namen einer Stammes-gemeinschaft, die zwischen der Donauquelle und dem heutigen Marseille siedelte, also einer recht überschaubaren Region Europas. Im damaligen Europa gab es von Irland bis zur iberischen Halbinsel, vom Atlantik bis zu den Karpaten eine Vielzahl regionaler Völker oder Stammgemeinschaften mit jeweils eigenem Brauchtum und unterschiedlichsten Gottheiten. Daher kann man, meiner Meinung nach und im eigentlichen Sinne, gar nicht von keltischen Göttern und keltischen Bräuchen sprechen. Der Professor für Althistorik Mischa Meier von der Universität Tübingen hat es mal frei heraus und völlig unakademisch, die Germanen betreffend, auf den Punkt gebracht, als er sagte: «Caesar hat die Germanen erfunden.» Ethnisch-kulturelle Kriterien, nach denen Personengruppen objektiv als germanisch oder nicht-germanisch identifiziert werden könnten, gebe es nicht. Was Caesar dazu bewog, alle östlich des Rheins lebenden Völkerschaften mit Germanen zu identifizieren, ist in der historischen Forschung umstritten. Eine Erklärung könnte sich aus der Absicht des Feldherrn ergeben, den Rhein als Völkergrenze anzunehmen, derart eine tiefe Kluft zwischen Galliern und Germanen postulierend, und so sein militärisches Werk als «Eroberung Galliens» darzustellen. 1* In diesem Fall wäre die geographische Unterscheidung von Kelten und Germanen auch politisch motiviert gewesen, konnte sie doch dabei helfen, den Herrschafts-anspruch Roms auf alle linksrheinischen Gebiete zu festigen. Hatte Caesar schon zuvor unterschiedliche Gruppen, die sich selbst als Aquitaner, Kelten und Belger verstanden, vereinheitlichend Gallier genannt, so übertrug er nun den Begriff «Germanen» auf verschiedene Völkergruppen rechts des Rheins 2*. Strukturell und der Ordnung halber mochten diese Unifizierungen für die Römer eine Vereinfachung gewesen sein. Ideologisch und von der anderen Seite aus gesehen, bin ich davon überzeugt, das sich die Stämme Nordeuropas nie in den Verbunden «Kelten-Gallier» und «Germanen» verstanden haben. Schade eigentlich, denn wenn sich die Völker östlich des Rheins als «Germanen» und westlich des Rheins als «Kelten/Gallier» in Bündnissen organisiert hätten und sich gegen die Römer verteidigt hätten, wäre der glorreiche Lorbeerkranz Caesars schon viel früher verwelkt oder hätte schief auf seinem Haupte gebaumelt. Dann wäre wohl die Geschichtsschreibung eine andere gewesen. Wiederum und anhand jüngerer Geschehnisse in der Geschichte Europas, wie man zum Beispiel am Zusammenschluss von nahezu 180 Völkern als Sowjetunion und den feindseligen Manövern nach ihrem Zerfall oder etwa den tief sitzenden Fehden innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union sehen kann, fördert so ein «Alles auf einen Haufen kehren» bisweilen nicht unbedingt nur Gutes zu Tage. Die erstickten und langgehegter Nachbarschaftsstreitigkeiten und Feind-seligkeiten kochen dann irgendwann vielleicht gefährlich hoch. Wie lange wird es wohl dauern bis die Bayern, die Franken, ja sogar die Ober- und Unterfranken, die Pommern und die Preußen zum Beispiel beschließen, dass sie lieber wieder unter sich wären? Was, wen die Franzosen und die Deutschen wie eh und je befinden, dass sie doch nicht zusammen gehören? Wenn man nämlich aufmerksam ist und genau hin sieht, kann man beim Händedruck und beim inszenierten Grinsen in die Kameras durchaus erkennen, dass sich Politiker beider Staaten manchmal viel lieber die Keule auf den Kopf hauen würden... Wenn ich also auf der Suche nach Wissen einen Streifzug durch die Geschichte mache, frage ich mich zuweilen, ob es nicht generell besser wäre, wenn jeder seine «eigenen Brötchen backen würde», ob nun Roggenbrötchen, Pumpernickel, Croissant oder Fladenbrot und ob es der jeweiligen menschlichen Natur wirklich nicht gegeben ist, ihre eigene Kultur zu würdigen und erblühen zu lassen und dabei das fremde Fladenbrot oder den Croissant von Zeit zu Zeit zu genießen und sich nicht gleich die Backstube, den Ort in dem sie steht und – ach, was soll's – gleich die ganze Nation einzuverleiben? Text: Maren Kunst Quellen: 1* Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin/New York 1998 2* Hermann Reichert: Linksrheinische Germanen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 18, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001 Photo: phönix.de Karikatur: Deutsch-Französisches Institut
- Basilikum - Ocimum basilicum
Basilikum als Heilpflanze BASILIKUM, Aus der «De Materia Medica» von Pedanius Dioskurides Die Bereitung des Basilikumöls aus «De Materia Medica» von Pedanius Dioskurides Die Wirkung von Basilikum und Majoranöl nach Dioskurides BASILIKUM, Aus «The complete herbal» von Nicholas Culpeper Basilikum ist, ebenso wie die Petersilie, der Dill und das Schnittlauch eine wohlbekannte Pflanze, weil sie in heutiger Zeit wohl zu den bekanntesten «Küchenkräutern» gehört. Ähnlich wie bei Dill und Gurke, bildet das Basilikum zusammen mit der Tomate ein sehr köstliches und beliebtes Gespann. Kommt noch Mozzarella hinzu, ist bereits ein frisches und gesundes Mahl komplett. Als halb-warmen Nudelsalat mag ich es besonders gerne. Dazu koche ich Nudeln, schneide getrocknete und frische Tomaten klein, sowie eine Handvoll Basilikum und mische das Ganze unter die noch warmen und abgetropften Nudeln. Ein wenig Öl und Salz & Pfeffer kommen auch noch hinzu und fertig ist ein schönes Sommeressen. Aber es gibt natürlich viele, viele Möglichkeiten Basilikum in der Küche zu verwenden. Da hat jeder seine Ideen und Vorlieben. In diesem Beitrag soll es jedoch vielmehr um die heilkräftigen Eigenschaften des Basilikums gehen und wenn man die nun weiß, macht die Zubereitung in der Küche, mir jedenfalls, noch mehr Freude. So genau ist heute nicht mehr zu sagen, wo genau das Basilikum nun eigentlich seine ursprüngliche Heimat hat. Das es eine warme Region sein muss, lässt sich aus den Tatsachen erahnen, dass es sonnige Standorte liebt und den kalten Temperaturen im nordischen Winter nicht gewachsen ist. Es muss im Frühjahr entweder neu ausgesät werden oder man züchtet es gleich im Töpfchen, um es an einem nicht so kalten Ort im Haus oder im Gewächshaus zu überwintern. Ich bin mir jetzt auch gerade nicht sicher, ob es mittlerweile gezüchtete winterharte Sorten gibt. Vermutet wird seine Herkunft jedenfalls in den tropischen Gebieten von Zentralafrika bis Südostasien. Bekannt ist aus alten Schriften, dass Basilikum in Vorderindien bereits rund 1000 vor der Zeitenwende als Gewürz-, Heil- und Zierpflanze kultiviert wurde und Funde in den Pyramiden belegen den Anbau in Ägypten bereits im Altertum. Basilikum Ocimum beschreibt nicht nur das bekannte Küchenkraut, sondern eine ganze Pflanzengattung mit ungefähr 60 Arten. Sein Name wurde vom Griechischen basilicon übernommen. Nach Deutschland dürfte das Basilikum etwa im 12. Jahrhundert gekommen sein, genau wie etliche andere Pflanzen aus südlichen Gefilden über fahrende Händler und pilgernde Geistliche. Basilikum als Heilpflanze Seit dem Altertum wird Basilikum in der Heilkunde verwendet. So wurde die Pflanze eingesetzt bei der Therapie von Kopfschmerzen und Tränenfisteln. Bereits seit alter Zeit wird Basilikum in der Volksmedizin , vor allem im mediterranen Raum, bei: Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl, sowie Verstopfung und Rachen-Entzündungen eingesetzt. Ein Aufguss mit den Samen und dem Basilikumkraut wurde früher auch in Deutschland als kühlendes Getränk bei Fieber verabreicht. Indisches Basilikum – Tulsi ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Heilkünste Ayurveda und chinesische Medizin. Dort wird es vorbeugend oder bei Magengeschwüren verwendet und als Entwurmungsmittel. Zudem ist es Bestandteil von entzündungshemmenden Arzneien. Es eignet sich aber auch zum Vertreiben von Insekten. Indisches Basilikum - Tulsi Für Heilzwecke werden die Blätter und Blüten , sowie das ätherisches Öl verwendet. Die Heilwirkung von Basilikum bei: Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung Magenschmerzen- oder Krämpfen Darminfektionen Fieber Blasenentzündung Hautabschürfungen, Hautrisse, schlecht heilenden Wunden Insektenstiche Migräne Nervenschwäche, Schwindelanfälle Basilikum wirkt: antibakteriell, antimikrobiell antioxidativ antidiabetisch antikanzerogen beruhigend, krampflösend, schmerzstillend harntreibend tonisierend, kühlend schleimlösend schweißtreibend darmreinigend menstruationsfördernd Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Basilikums Der Gehalt und die Zusammensetzung des ätherischen Öls sind je nach Sorte, Herkunft und Erntezeitpunkt stark unterschiedlich. Sie unterliegen Schwankungen von 0,3 bis 1,5 Prozent. Es kann sich zusammensetzen aus: Linalool, Estragol oder Basilischer Kampfer, Cineol, Menthol, Thymol, Methylcavicol, Anethol und Kampfer. Gerbstoff Saponine Flavonoide Farnesol, Stigmasterol, Beta-Sitosterol Vitamin A, K und Vitamin C Eisen, Mangan und Kupfer Oleanolsäure und Ursolsäure Aus den Samen verschiedener Basilikum-Arten gewinnt man durch Kaltpressung Öl, das unterschiedliche Anteile an Linolsäure, Linolensäure und Ölsäure aufweist. Die Ausbeute beträgt etwa 20 Prozent. Aus der «De Materia Medica» von Pedanius Dioskurides Der Arzt, Botaniker und Schriftsteller Pedanius Dioskurides aus dem 1. Jahrhundert Ocimum basiliscum (Labiatae) - Basilikum Das Basilikum ist bekannt, sein häufiger Genuss bewirkt Stumpfsichtigkeit; es erweicht den Bauch, treibt die Winde und den Harn und befördert die Milchabsonderung, ist aber schwer zu verdauen. Mit dem feinen von den Graupen abgesiebten Mehle, Rosenöl und Essig als Kataplasma heilt es Lungenentzündung und den Biss des Meerdrachen und des Skorpions; für sich allein mit Wein von Chios dient es gegen Augenleiden. Sein Saft entfernt Nebelflecken auf den Augen und trocknet die Flüsse. Der Same, getrunken, ist ein gutes Mittel bei Melancholie, Harnverhaltung und Blähungen. Beim Riechen aufgesogen verursacht er vieles Niesen; dasselbe bewirkt auch das Kraut; man muss aber die Augen fest schließen während das Niesen vor sich geht. Einige hüten sich aber davor und essen es nicht, weil es gekaut und an die Sonne gelegt Würmer erzeugt. Die Libyer fügen noch hinzu, dass die, welche es gegessen haben und vom Skorpion gestochen werden, ohne Rettung verloren sind. Die Bereitung des Basilikumöls aus «De Materia Medica» von Pedanius Dioskurides Ocimum baslilicum (Labiatae) - Basilienkraut Nimm 20 Pfund Öl, 11 Pfund und 8 Unzen nach Gewicht Basilikumkraut, pflücke die Blätter ab und macerire sie einen Tag und eine Nacht in dem Öl, dann presse es aus und setze es weg. Nachdem du sie (die Blätter) aus dem Presskorbe genommen hast, gieße wiederum die gleiche Menge Öl darauf und presse aus; es wird dies aber die zweite Sorte genannt; denn einen dritten Auszug lassen sie nicht zu. Darauf nimm gleichviel frisches Basilikumkraut, macerire wieder, wie es beim Rosenöl gesagt ist, indem du das schon zum Ausziehen benutzte Öl aufgießest und die gleiche Zeit stehen lässt, presse aus und bewahre es auf. Und wenn du es zum dritten oder vierten Male machen willst, dann macerire, indem du stets frisches Basilicum hineingibst. Es kann aber auch aus Öl von unreifen Oliven hergestellt worden; jedoch ist es besser auf jene Art. Es hat dieselbe Wirkungen wie das Majoranöl, nur weniger kräftig. Die Wirkung von Basilikum und Majoranöl nach Dioskurides Es hat erwärmende, verdünnende und scharfe Kraft; es hilft gegen Verstopfung und Verdrehung des Uterus, treibt die Menstruation, die Nachgeburt und den Fötus aus und beseitigt die Mutterkrämpfe; es lindert auch die Schmerzen in den Hüften und geschwollenen Schamdrüsen. Mit Honig lässt es sich besser anwenden, da es durch heftiges Zusammenziehen die Stellen verhärtet; eingerieben hebt es die Erschlaffung auf, auch wird es mit Vorteil den Salben für die an Opisthotonie und sonst an Krämpfen Leidenden zugemischt. Aus «The complete herbal» von Nicholas Culpeper BESCHREIBUNG: Eine zarte einjährige Pflanze, die weit verbreitet als Küchenkraut angebaut wird.STANDORT: Sie wächst in Gärten. Da es sich um eine sehr empfindliche Pflanze handelt, muss sie spät ausgesät werden und blüht im Hochsommer und wird wegen seines Geschmacks, seines Dufts und seiner medizinischen Wirkung angebaut. HERRSCHAFT UND TUGENDEN: Dies ist das Kraut, über das sich alle Autorenheftig streiten und sich gegenseitig beschimpfen (wie Anwälte).Galen und Dioskurides halten es für ungeeignet, innerlich eingenommen zu werden; Plinius unddie arabischen Ärzte verteidigen es. Was mich betrifft, so stellte ich bald fest, dass diese Aussage wahr ist: «Non nostrium inter nos tantas componere lites - Es gibt große Debatten unter uns». Und so wandte ich mich an Dr. Reason (Culpeper benutzt diesen Ausdruck «Dr. Reason häufig, wenn er ausdrücken will, das er seinen eigenen Verstand gebraucht und aus seinen eigenen Erfahrungen Rückschlüsse zieht. Anm. d. A.), der mir sagte, es sei ein Kraut des Mars und stehe im Zeichen des Skorpions und vielleicht werde es deshalb Basilicon genannt; und es ist kein Wunder, wenn es eineArt giftige Eigenschaft in sich trägt. Wird es auf die Stelle aufgetragen, die von giftigen Tieren gebissen oder von einer Wespe oder Hornisse gestochen wurde, zieht es das Gift schnell zu sich; Gleiches zieht Gleiches an . Da ist etwas im Busch, dieses Kraut und die Raute wachsen nicht zusammen, nein, nicht einmal nahe beieinander und wir wissen, dass die Raute ein ebenso großer Feind des Giftes ist wie jedes andere Kraut, das wächst.
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