Basilikum - Ocimum basilicum
- Maren Kunst

- vor 5 Tagen
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Die Bereitung des Basilikumöls aus «De Materia Medica» von Pedanius Dioskurides
Die Wirkung von Basilikum und Majoranöl nach Dioskurides
Basilikum ist, ebenso wie die Petersilie, der Dill und das Schnittlauch eine wohlbekannte Pflanze, weil sie in heutiger Zeit wohl zu den bekanntesten «Küchenkräutern» gehört. Ähnlich wie bei Dill und Gurke, bildet das Basilikum zusammen mit der Tomate ein sehr köstliches und beliebtes Gespann. Kommt noch Mozzarella hinzu, ist bereits ein frisches und gesundes Mahl komplett. Als halb-warmen Nudelsalat mag ich es besonders gerne. Dazu koche ich Nudeln, schneide getrocknete und frische Tomaten klein, sowie eine Handvoll Basilikum und mische das Ganze unter die noch warmen und abgetropften Nudeln. Ein wenig Öl und Salz & Pfeffer kommen auch noch hinzu und fertig ist ein schönes Sommeressen.
Aber es gibt natürlich viele, viele Möglichkeiten Basilikum in der Küche zu verwenden. Da hat jeder seine Ideen und Vorlieben.

In diesem Beitrag soll es jedoch vielmehr um die heilkräftigen Eigenschaften des Basilikums gehen und wenn man die nun weiß, macht die Zubereitung in der Küche, mir jedenfalls, noch mehr Freude.
So genau ist heute nicht mehr zu sagen, wo genau das Basilikum nun eigentlich seine ursprüngliche Heimat hat. Das es eine warme Region sein muss, lässt sich aus den Tatsachen erahnen, dass es sonnige Standorte liebt und den kalten Temperaturen im nordischen Winter nicht gewachsen ist. Es muss im Frühjahr entweder neu ausgesät werden oder man züchtet es gleich im Töpfchen, um es an einem nicht so kalten Ort im Haus oder im Gewächshaus zu überwintern. Ich bin mir jetzt auch gerade nicht sicher, ob es mittlerweile gezüchtete winterharte Sorten gibt. Vermutet wird seine Herkunft jedenfalls in den tropischen Gebieten von Zentralafrika bis Südostasien. Bekannt ist aus alten Schriften, dass Basilikum in Vorderindien bereits rund 1000 vor der Zeitenwende als Gewürz-, Heil- und Zierpflanze kultiviert wurde und Funde in den Pyramiden belegen den Anbau in Ägypten bereits im Altertum.
Basilikum Ocimum beschreibt nicht nur das bekannte Küchenkraut, sondern eine ganze Pflanzengattung mit ungefähr 60 Arten. Sein Name wurde vom Griechischen basilicon übernommen.
Nach Deutschland dürfte das Basilikum etwa im 12. Jahrhundert gekommen sein, genau wie etliche andere Pflanzen aus südlichen Gefilden über fahrende Händler und pilgernde Geistliche.

Basilikum als Heilpflanze
Seit dem Altertum wird Basilikum in der Heilkunde verwendet. So wurde die Pflanze eingesetzt bei der Therapie von Kopfschmerzen und Tränenfisteln.
Bereits seit alter Zeit wird Basilikum in der Volksmedizin, vor allem im mediterranen Raum, bei: Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl, sowie Verstopfung und Rachen-Entzündungen eingesetzt.
Ein Aufguss mit den Samen und dem Basilikumkraut wurde früher auch in Deutschland als kühlendes Getränk bei Fieber verabreicht.
Indisches Basilikum – Tulsi ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Heilkünste Ayurveda und chinesische Medizin.
Dort wird es vorbeugend oder bei Magengeschwüren verwendet und als Entwurmungsmittel. Zudem ist es Bestandteil von entzündungshemmenden Arzneien. Es eignet sich aber auch zum Vertreiben von Insekten.

Für Heilzwecke werden die Blätter und Blüten, sowie das ätherisches Öl verwendet.
Die Heilwirkung von Basilikum bei:
Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung
Magenschmerzen- oder Krämpfen
Darminfektionen
Fieber
Blasenentzündung
Hautabschürfungen, Hautrisse, schlecht heilenden Wunden
Insektenstiche
Migräne
Nervenschwäche, Schwindelanfälle
Basilikum wirkt:
antibakteriell, antimikrobiell
antioxidativ
antidiabetisch
antikanzerogen
beruhigend, krampflösend, schmerzstillend
harntreibend
tonisierend, kühlend
schleimlösend
schweißtreibend
darmreinigend
menstruationsfördernd
Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Basilikums
Der Gehalt und die Zusammensetzung des ätherischen Öls sind je nach Sorte, Herkunft und Erntezeitpunkt stark unterschiedlich. Sie unterliegen Schwankungen von 0,3 bis 1,5 Prozent. Es kann sich zusammensetzen aus: Linalool, Estragol oder Basilischer Kampfer, Cineol, Menthol, Thymol, Methylcavicol, Anethol und Kampfer.
Gerbstoff
Saponine
Flavonoide
Farnesol, Stigmasterol, Beta-Sitosterol
Vitamin A, K und Vitamin C
Eisen, Mangan und Kupfer
Oleanolsäure und Ursolsäure
Aus den Samen verschiedener Basilikum-Arten gewinnt man durch Kaltpressung Öl, das unterschiedliche Anteile an Linolsäure, Linolensäure und Ölsäure aufweist. Die Ausbeute beträgt etwa 20 Prozent.
Aus der «De Materia Medica» von Pedanius Dioskurides

Ocimum basiliscum (Labiatae) - Basilikum
Das Basilikum ist bekannt, sein häufiger Genuss bewirkt Stumpfsichtigkeit; es erweicht den Bauch, treibt die Winde und den Harn und befördert die Milchabsonderung, ist aber schwer zu verdauen. Mit dem feinen von den Graupen abgesiebten Mehle, Rosenöl und Essig als Kataplasma heilt es Lungenentzündung und den Biss des Meerdrachen und des Skorpions; für sich allein mit Wein von Chios dient es gegen Augenleiden. Sein Saft entfernt Nebelflecken auf den Augen und trocknet die Flüsse. Der Same, getrunken, ist ein gutes Mittel bei Melancholie, Harnverhaltung und Blähungen. Beim Riechen aufgesogen verursacht er vieles Niesen; dasselbe bewirkt auch das Kraut; man muss aber die Augen fest schließen während das Niesen vor sich geht. Einige hüten sich aber davor und essen es nicht, weil es gekaut und an die Sonne gelegt Würmer erzeugt. Die Libyer fügen noch hinzu, dass die, welche es gegessen haben und vom Skorpion gestochen werden, ohne Rettung verloren sind.
Die Bereitung des Basilikumöls aus «De Materia Medica» von Pedanius Dioskurides
Ocimum baslilicum (Labiatae) - Basilienkraut
Nimm 20 Pfund Öl, 11 Pfund und 8 Unzen nach Gewicht Basilikumkraut, pflücke die Blätter ab und macerire sie einen Tag und eine Nacht in dem Öl, dann presse es aus und setze es weg. Nachdem du sie (die Blätter) aus dem Presskorbe genommen hast, gieße wiederum die gleiche Menge Öl darauf und presse aus; es wird dies aber die zweite Sorte genannt; denn einen dritten Auszug lassen sie nicht zu. Darauf nimm gleichviel frisches Basilikumkraut, macerire wieder, wie es beim Rosenöl gesagt ist, indem du das schon zum Ausziehen benutzte Öl aufgießest und die gleiche Zeit stehen lässt, presse aus und bewahre es auf. Und wenn du es zum dritten oder vierten Male machen willst, dann macerire, indem du stets frisches Basilicum hineingibst. Es kann aber auch aus Öl von unreifen Oliven hergestellt worden; jedoch ist es besser auf jene Art. Es hat dieselbe Wirkungen wie das Majoranöl, nur weniger kräftig.

Die Wirkung von Basilikum und Majoranöl nach Dioskurides
Es hat erwärmende, verdünnende und scharfe Kraft; es hilft gegen Verstopfung und Verdrehung des Uterus, treibt die Menstruation, die Nachgeburt und den Fötus aus und beseitigt die Mutterkrämpfe; es lindert auch die Schmerzen in den Hüften und geschwollenen Schamdrüsen. Mit Honig lässt es sich besser anwenden, da es durch heftiges Zusammenziehen die Stellen verhärtet; eingerieben hebt es die Erschlaffung auf, auch wird es mit Vorteil den Salben für die an Opisthotonie und sonst an Krämpfen Leidenden zugemischt.
Aus «The complete herbal» von Nicholas Culpeper
BESCHREIBUNG: Eine zarte einjährige Pflanze, die weit verbreitet als Küchenkraut angebaut wird.STANDORT: Sie wächst in Gärten. Da es sich um eine sehr empfindliche Pflanze handelt, muss sie spät ausgesät werden und blüht im Hochsommer und wird wegen seines Geschmacks, seines Dufts und seiner medizinischen Wirkung angebaut. HERRSCHAFT UND TUGENDEN: Dies ist das Kraut, über das sich alle Autorenheftig streiten und sich gegenseitig beschimpfen (wie Anwälte).Galen und Dioskurides halten es für ungeeignet, innerlich eingenommen zu werden; Plinius unddie arabischen Ärzte verteidigen es. Was mich betrifft, so stellte ich bald fest, dass diese Aussage wahr ist: «Non nostrium inter nos tantas componere lites - Es gibt große Debatten unter uns». Und so wandte ich mich an Dr. Reason (Culpeper benutzt diesen Ausdruck «Dr. Reason häufig, wenn er ausdrücken will, das er seinen eigenen Verstand gebraucht und aus seinen eigenen Erfahrungen Rückschlüsse zieht. Anm. d. A.), der mir sagte, es sei ein Kraut des Mars und stehe im Zeichen des Skorpions und vielleicht werde es deshalb Basilicon genannt; und es ist kein Wunder, wenn es eineArt giftige Eigenschaft in sich trägt. Wird es auf die Stelle aufgetragen, die von giftigen Tieren gebissen oder von einer Wespe oder Hornisse gestochen wurde, zieht es das Gift schnell zu sich; Gleiches zieht Gleiches an. Da ist etwas im Busch, dieses Kraut und die Raute wachsen nicht zusammen, nein, nicht einmal nahe beieinander und wir wissen, dass die Raute ein ebenso großer Feind des Giftes ist wie jedes andere Kraut, das wächst.




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